Dass das Buchhandelsnetz in Deutschland so dicht geknüpft ist, dafür sorgt nicht nur der Unternehmergeist der Sortimenter, sondern auch der Gesetzgeber, der diese besondere Struktur durch bestimmte Maßnahmen stützt:
- Das Preisbindungsgesetz garantiert, dass ein Buch überall dasselbe kostet – egal, ob es von einem großen Buchkaufhaus in der Fußgängerzone, in einem Internet-Shop oder in einer Buchhandlung auf dem Land angeboten wird. Dadurch werden kleinere Geschäfte vor einem ruinösen Preiswettbewerb geschützt.
- Außerdem profitiert das Buch vom ermäßigten Mehrwertsteuersatz: Verbraucher zahlen auf Bücher nur sieben Prozent Mehrwertsteuer – wie bei Nahrungsmitteln. Auch daran lässt sich ablesen, welchen Stellenwert die Politik dem Buch und den Buchhandlungen beimisst.
Markt- und kundenorientiert zu denken – das ist für Buchhandlungen dennoch so unverzichtbar wie für jedes andere Wirtschaftsunternehmen. Vor allem die Digitalisierung stellt das Sortiment vor neue Herausforderungen: Welche Geschäftsmodelle eröffnet der wachsende E-Book-Markt dem Buchhandel? Und wie werden die Vertriebskanäle im Internet und im Laden sinnvoll und umsatzstark miteinander verknüpft? Das sind zentrale Fragen der nächsten Jahre.
Auch der Konzentrationsprozess im Buchhandel und die Konkurrenz durch die Nebenmärkte sorgen dafür, dass Sortimenter ihre Position am Markt klarer definieren, neue Geschäftsfelder erschließen müssen. Immer mehr Buchhandlungen nehmen Non-Books ins Programm, kooperieren mit anderen Einzelhändlern, suchen Synergieeffekte im Einkaufsverbund.


